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Sonstiges

[Off-Topic] … und dann kam der Abschied

Es gibt so Momente und Phasen im Leben, da ist man einfach wahnsinnig glücklich. Das Tolle ist: ich bin genau in diesem Moment, ich bin genau in dieser Phase. Und diese Phase hält jetzt schon einige Zeit an.

Warum ich das erzähle? Der ein oder andere wird es vielleicht mitbekommen haben: es war etwas ruhiger auf diesem Blog. Kaum noch Beiträge, kaum noch Aktivität. Auch auf dem zugehörigen Instagram-Account war weitaus weniger los und bei Facebook sowieso. Einzig Twitter ist auch jetzt noch halbwegs gut gefüllt.

Vergangenheit und Zukunft

Im Februar hatte ich bereits in einem Blogbeitrag ([Off-Topic] Von Funkstille und Veränderungen) einiges erzählt gehabt. Denn es wurde schon 2016 ruhiger hier aufgrund meines Umzugs in den Westen, nach Gießen. Ich hatte eine neue Wohnung – wohnte vor allem wieder allein. Dazu kam ein neuer Job, in dem ich vollkommen aufblühen konnte, weil es endlich eine Arbeit war, für die ich auch studiert hatte. Eine Arbeit, für die ich lebe, weil ich diesen Fortschritt WILL!

Und als wäre das nicht schon genug Neues gewesen … Nein, ich habe natürlich direkt alles umgeschmissen, was man umschmeißen konnte. Denn ich blieb allein wohnen, trennte mich von meinem damaligen Freund und der Langzeitbeziehung. Fand neue Leute hier in der Gegend, mit denen ich durch die Clubs, Discotheken, Pubs und Cafés zog. War eine Zeit lang fast jeden Abend irgendwo unterwegs – etwas essen, etwas trinken, tanzen. Zwischen dieser neuen Freizeitbeschäftigung, der Arbeit und dem Schlafen blieb also nicht viel Zeit übrig. Ich las weniger und an den Blog dachte ich so gut wie gar nicht mehr. Mir fehlten sowieso die Worte, um Rezensionen über meine gelesenen Bücher zu schreiben. Mehrfach hatte ich es probiert und blieb jedes Mal vor einem leeren Blatt Papier sitzen. Also ließ ich es bleiben und dachte „Ach, aus der Flaute kommst du demnächst schon raus und dann geht es wieder los“. Wie falsch ich doch damit lag. Die Flaute hielt an und hält es selbst jetzt noch.

Und dann schlug das Schicksal noch einmal zu

Was soll ich sagen? Das Schicksal schickte mir dann auf einmal eine Situation. Aus einer spontanen Idee von einer Freundin wurde eine Bekanntschaft. Und aus der Bekanntschaft wurde mehr. Da es nicht darum gehen soll, nur so viel: manchmal trifft man in seinem Leben endlich auf diese eine Person, die das vollkommene Glück auslöst. Ohne die man nie mehr leben möchte und die einem die Augen für das wirklich Wahre öffnet. Die einem zeigt, dass es im Leben so viel mehr gibt als nur das Internet und einen Blog.

Ich habe während des ersten halben Jahres hier in Gießen so viel dazu gelernt; habe ein bisschen zu mir selbst gefunden. Habe dadurch gemerkt, wie sehr mich dieses ganze Drama auf den Social Media Kanälen ankotzt und wie unwichtig es ist, ständig immer alles nachlesen zu müssen. Es war eine wahre Befreiung, als ich in den letzten Tagen so oft auf den „Entfolgen“-Button gedrückt habe. Und ich werde genau dies auch in Zukunft noch fortsetzen. Denn es ist mir noch immer zu viel. Ich will nichts mehr von diesem Gezanke mitbekommen. Ich will keine politischen Diskussionen von Leuten mehr sehen, die sich auf einmal aufspielen wie der König von Deutschland, weil sie denken, dass sie Ahnung haben. Mir geht so vieles mittlerweile extrem auf die Nerven und ich habe auf gut Deutsch einfach die Schnauze gestrichen voll.

Genuss statt Verdruss

Ich will das Leben genießen können. Und das kann ich nicht, wenn ich mir ständig Gedanken darum machen muss, dass ich seit zwei Stunden nicht mehr online gewesen bin. Weil ich könnte ja zu viel verpasst haben. Ich möchte nicht ständig die neusten Bücher kaufen müssen, um up to date zu sein. Auch möchte ich nicht ständig über Rezensionen nachdenken, während ich lese. Stattdessen möchte ich einfach ganz normal lesen: alte Bücher, neue Bücher, Bücher von unbekannten Autoren, Bücher von bekannten Autoren oder einfach mal gar nicht, wenn ich keine Lust darauf habe. Möchte keinen Druck haben, ständig neue Beiträge posten zu müssen. Der Druck, in allen Kanälen aktiv zu sein. Nach Followerzahlen zu schauen und sich zu fragen, warum schon wieder welche entfolgt sind. Ich will raus aus diesem Käfig und verschiedene Dinge haben meine Käfigstangen in den letzten Wochen verbogen, sodass ich nun endlich fliegen kann.

Das heißt?

Wie schon erwähnt, habe ich in den letzten Tagen bereits meine Social Media Kanäle aufgeräumt. Facebook werde ich demnächst komplett löschen. Auf Twitter und Instagram werde ich erhalten bleiben, allerdings dann mehr in privater Natur. Da ich auch weiterhin lese, werden dort natürlich noch immer Bücher angesprochen werden. Aber gerade Twitter ist mein Kanal für alles mögliche geworden: Football, Bücher, Privatleben etc. Wer mir also weiterhin folgen mag, darf das gern tun.

Der Blog selbst bleibt bis Mai 2018 bestehen. Zumindest soweit der Plan. Meinen Webspace kann ich nämlich aufgrund der Mindestvertragslaufzeit erst dann kündigen. Vielleicht überlege ich es mir bis dahin auch nochmal anders und kehre zurück, wer weiß. Allerdings gehe ich momentan eher nicht davon aus, da ich ja bereits seit einem halben Jahr keine Lust mehr habe. Im Mai 2018 wird dann also theoretisch alles hier verschwinden. Noch kann ich das selbst gar nicht glauben, aber ich spüre bereits jetzt, welche Erleichterung das alles für mich ist.

Letztes Wochenende habe ich auch meine Regale extrem aussortiert. Mein SuB betrug über 600 Bücher und mir wurde das einfach zu viel. Selbst jetzt nach dem Aussortieren sind es immer noch 487 Stück. Aber ich möchte nun erst einmal die aussortierten Bücher los werden und dann kommt die nächste Aufräumaktion. Also wer einige Schnäppchen machen möchte: ich habe die erste Welle bereits auf Twitter gepostet und werde heute Abend die aktualisierten Fotos noch einmal posten. Also greift zu, die Preise sind sehr fair, weil ich gerne für so viele Bücher wie möglich ein neues Heim finden möchte.

Bye-Bye

In diesem Sinne wird dies also mein letzter Beitrag gewesen sein. Vielen Dank an dieser Stelle für die wunderbare Zeit, für viele Kommentare, für viele Freundschaften und tolle Erlebnisse. Vielleicht sieht man sich ja trotzdem ab und zu nochmal auf den Social Media Kanälen oder auf Buchmessen (sofern ich Lust habe, zu einer zu fahren). Ich genieße derweil weiter mein Glück und beginne nun mit dem richtigen Leben. Ein „Bye-Bye“ sende ich euch nun also, während ich hier im Dunkeln in meiner Hängematte liege, den späten Abend genieße (geschrieben um 23:14 Uhr) und die Musik auf den Ohren genieße.

P.S. Das heißt natürlich auch, dass ich auf Anfragen nicht mehr antworten werde. Übrigens auch der Grund, warum ich auf die Anfragen der letzten Woche nicht mehr eingegangen bin. Allein die Tatsache, dass man mir noch Anfragen schickt in Zukunft, ist dann schon der Beweis, dass man sich nicht mit meinem Blog beschäftigt hat. Denn sonst wüsste man ja, dass ich aufgehört habe.

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5 Tatzenabdrücke

  • Reply Ute

    Liebe Franziska,
    ich wünsche Dir für die Zukunft alles, alles Gute und dass sich alles so entwickelt, wie Du es Dir vorstellst!
    Genieße Deine Offline-Zeit und „das echte Leben“; ich werde Dir weiter bei Instagram und Twitter folgen 😉
    LG – Ute

    9. Juli 2017 at 17:45
  • Reply Julia

    Liebe Franzi,
    na dann hoffe ich, wir treffen uns manchmal im echten Leben 🙂
    LG Julia

    10. Juli 2017 at 11:57
    • Reply buechertatzen

      Hallo Julia,

      garantiert! Fahre ja regelmäßig bei dir durch die Gegend, wenn ich zwischen Weststadt und Alten-Buseck pendle. Oder wir treffen uns mal wieder im Jones wie letztens. Marvin und ich waren eh lange nicht mehr dort 🙂

      Liebe Grüße,
      Franziska

      10. Juli 2017 at 12:03
      • Reply Julia

        Ja, Jones klingt doch nach einem Plan. Die vermissen euch bestimmt schon 😀

        10. Juli 2017 at 12:13
  • Reply Ela

    Liebe Franzi,
    das ist wirklich schade, dass du gehst aber auch absolut nachvollziehbar und ich kann jedes deiner Worte nur unterstreichen. Ich wünsche dir alles wunderbare, genieß das Leben!

    Alles Liebe, Ela

    11. Juli 2017 at 19:29
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