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Rezension

[Rezension] Homer Hickam: Albert muss nach Hause

Rezension Albert muss nach Hause

Homer Hickam: Albert muss nach Hause

Preis: 19,90 (gebunden) / 15,99 € (eBook)

Verlag: HarperCollins

Erscheinungstermin: 07. Juni 2016

Albert muss nach Hause ist ein Buch von Homer Hickam. Es ist am 07. Juni 2016 bei HarperCollins als gebundene Ausgabe erschienen. Das Buch umfasst 528 Seiten. Das Original Carrying Albert Home erschien 2015 bei William Morrow, einem Imprint von HarperCollins Publishers. Übersetzung von Wibke Kuhn.

Inhalt

„Ich oder der Alligator!“ Keinen Tag länger will Homer Hickam der Ältere sein Badezimmer mit einem bissigen Reptil namens Albert teilen. Als der Bergwerksarbeiter seiner Frau ein Ultimatum stellt, muss Elsie lange überlegen. Schließlich ist ein Leben ohne Alligator doch sinnlos. Wie alles hier in Coalwood, West Virginia. Die ganze trostlose Stadt liegt unter einer schwarzen Staubschicht begraben. Und selbst vor ihrer Ehe hat die Große Depression keinen Halt gemacht. Trotzdem fällt Elsie die Entscheidung – unter einer Bedingung: Sie müssen Albert nach Hause bringen. Zurück nach Florida. In einem alten Buick. Mit Alligator auf dem Rücksitz …

Mit hinreißendem Humor erzählt der preisgekrönte Autor Homer Hickam von verpassten Chancen, einer großen Liebe und dem absurd-schönen Glück, in Gesellschaft eines grinsenden Alligators zu reisen.

(HarperCollinsGermany)

Meinung

Das Cover finde ich ziemlich genial. Der Alligator fuhr zwar nicht auf dem Dach des Autos mit, aber es spiegelt genau das wider, was tatsächlich im Inhalt auch vorkommt. Zumal es auch zur Vorstellung dient, weil der Titel allein niemals das ausgesagt hätte, was wirklich in der Geschichte steckt!

Der Einstieg in das Buch begann schon sehr genial. Es gibt eine kurze Auflistung über die Hauptpersonen, die im Buch eine Rolle spielen werden. Und außerdem auch eine Auflistung der Etappen der Reise. Dort werden alle Etappen mit ihren Überschriften vorgestellt und eine sehr kurze Zusammenfassung zeigt, was den Leser auf den kommenden Seiten noch erwarten wird. Allein das war schon interessant und gleichzeitig so unglaubwürdig, dass ich komplett gespannt auf die Geschichte dahinter war. Die nachfolgende Vorgeschichte hat mein Interesse dann noch mehr angeheizt und ließ mich sehr gut mit dem Lesen starten.

Eine kuriose Reise mit noch kurioseren Darstellern

Wer kann schon von sich behaupten, einen Alligator als Haustier zu besitzen? Verständlich, dass Homer Hickam (der Ältere) irgendwann keine Lust mehr darauf hat, sein Haus mit diesem zu teilen, zumal seine Frau scheinbar mehr Liebe für den Alligator übrig hat als für ihren Ehemann. Als wäre also die Reise nach Florida mit einem Alligator im Auto, um Albert nach Hause zu bringen, nicht schon kurios genug, gesellt sich auch von Beginn an ein Hahn zu dem Paar dazu. So machen sich die vier in ihrem alten Buick auf die Reise und erleben so viele unterschiedliche Geschichten, dass man niemals glauben könnte, dass diese tatsächlich so passiert wären. Es wird übrigens nie wirklich deutlich, ob diese Geschichte rund um Albert nun in Wirklichkeit passiert ist oder nicht. Das macht das Buch in meinen Augen ziemlich einzigartig und lässt den Leser auch nach dem Beenden nicht einfach so los.

Es schleicht sich eine Nebenhandlung ein

Die Etappen, die Homer und Elsie in Albert muss nach Hause bewältigen müssen, um Richtung Florida zu kommen, sind so individuell, dass sie glatt als Vorlage für einzelne Bücher dienen könnten. Manche von ihnen haben mir mehr gefallen, manche eher nicht so. Der Beginn der Reise war direkt spannend und hat zwei weitere Charaktere eingeführt, die im Verlauf des Buches immer wieder auftauchen und sich wie eine Art roter Faden durch die Handlung ziehen. Spannend übrigens, dass man gerade bei diesen zwei Nebencharakteren einen Wandel miterlebt, der als interessante Nebenhandlung fungiert, ohne dass man es wirklich mitbekommt.

Im zweiten Teil wurde es für mich dann etwas langatmig, da mich das Thema einfach nicht ansprach. Das war aber auch die einzige Etappe, die mich nicht wirklich überzeugen konnte. Dafür waren die nachfolgenden zwei Teile dann gleich noch interessanter, denn hier merkt man das erste Mal, dass die Reise nicht so funktionieren würde, wie geplant und gerade auch, dass es einiges mehr an Zeit kosten würde, das Ziel zu erreichen. Mir persönlich hat die dritte Etappe besonders gut gefallen, weil sie sich im Staat North Carolina abspielt, den ich sehr gern mag und mit dem ich so einiges verbinde. Aber auch die Handlung während dieser Etappe hat es spannend gemacht, denn Elsie und Homer haben zwei unterschiedliche Szenen erlebt, deren Ausgang lange Zeit unklar war.

Einige Worte zu den Hauptpersonen in Albert muss nach Hause

Die Charaktere hätte nicht unterschiedlicher sein können. Zu Homer hatte ich direkt einen Draht und er war mir sofort sympathisch. Man merkt, dass ihm seine Frau und seine Heimat wahnsinnig wichtig sind. Dass er für seine Arbeit geboren ist und ungern aus seinem Alltagstrott hinaus möchte. Trotzdem ist er aber einfühlsam seiner Frau gegenüber und würde alles für sie tun, damit sie glücklich wird. Außerdem ist Homer wahnsinnig mutig und ziemlich intelligent. Er meistert so einige Szenen mit herausragender Leistung und überraschte mich immer wieder auf’s Neue.

Elsie hingegen war mir lange Zeit unsympathisch. Sie dachte die meiste Zeit nur an sich selbst und ihr eigenes Glück. Lebte in ihrer Vergangenheit und trauerte alten Zeiten hinterher, die sie nie zurückholen könnte. Einerseits waren ihre Phasen nachvollziehbar, jedoch konnte ich nicht verstehen, warum sie sich ihrem Mann gegenüber so unfair verhielt in manchen Situationen.

Der Alligator Albert war mit das Beste im Buch! Er ist total niedlich und man möchte ihn glatt selbst als Haustier besitzen. Immer, wenn er sich freut, macht er Laute, die wie „Yeah-yeah-yeah“ klingen und wenn er traurig ist eher Geräusche wie „No-No-No“. Ich stellte ihn mir die ganze Zeit sehr lebensfroh vor. Man merkte auch sehr deutlich, wie er an Elsie und Homer, aber auch an dem Hahn hing.

Fazit

Mit Albert muss nach Hause habe ich selbst beim Lesen eine kleine Reise erlebt, die mich zu spannenden Orten brachte. Ich habe gelacht, ich habe gehofft und hatte so einiges an Spaß. Die Handlung konnte mich meist mitreißen und war eher selten langatmig. Albert, der Alligator, hat dem ganzen ein Krönchen aufgesetzt, denn er war so niedlich und ein toller Charakter, den man nicht in jeder Geschichte erlebt. Man hat gemerkt, dass die Reise dem Ehepaar gut getan hat und dass sie so einiges verarbeiten konnten. Für mich eine ziemliche Empfehlung, wenn man sich auf dieses kuriose Buch einlässt!

Weitere Meinungen zu: Albert muss nach Hause

A Bookshelf Full of Sunshine / Nicoles Bücherwelt

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2 Tatzenabdrücke

  • Reply Lotta

    Hallo 😀
    von dem Buch hatte mir meine Chefin auch schon berichtet. Einfach herrlich, was da für eine Idee hintersteckt. Meine Chefin hat sehr von dem Buch geschwärmt. Ich glaube trotzdem, dass es nichts für mich ist, weil ich eigentlich nicht so auf humorvolle Bücher stehe. ^^
    Vielen Dank für deine Rezension, ich auch immer gerne Rezensionen zu Büchern, bei denen ich weiß, dass sie nichts für mich sind, einfach um ein wenig mehr über sie zu erfahren. 😀

    Liebst, Lotta

    26. Juli 2016 at 7:05
    • Reply buechertatzen

      Hallo Lotta,

      gern geschehen 🙂 Gerade in deinem Beruf ist es ja von Vorteil, wenn du über so viele Bücher wie möglich Bescheid weißt, ohne dass du jedes einzelne lesen musst, hihi 🙂

      Liebe Grüße,
      Franziska

      30. Oktober 2016 at 23:42

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