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Rezension

[Rezension] Vanessa Diffenbaugh: Weil wir Flügel haben

Rezension Weil wir Flügel haben
  • Vanessa Diffenbaugh: Weil wir Flügel haben
  • Preis: 19,99 € (Hardcover) / 15,99 € (eBook)
  • Verlag: Limes
  • Erscheinungstermin: 24. Mai 2016
Weil wir Flügel haben ist ein Buch von Vanessa Diffenbaugh. Es ist am 24. Mai 2016 bei Limes als gebundene Ausgabe erschienen. Das Buch umfasst 416 Seiten. Das Original We never asked for wings erschien 2015 bei Ballantine Books. Übersetzung von Karin Dufner.

Inhalt

Seit vierzehn Jahren arbeitet die dreiunddreißigjährige Letty von morgens bis abends, während ihre Kinder, Alex und Luna, von ihrer Mutter erzogen werden. Als Lettys Eltern nach Mexiko zurückkehren, muss sie zum ersten Mal ihren Mutterpflichten nachgehen und Verantwortung für andere übernehmen. Panisch versucht sie sich dem Ganzen zu entziehen, doch einen Autounfall, eine ungewöhnliche Begegnung und einen Krankenhausaufenthalt später bekommt sie endlich die Möglichkeit, denen, die sie liebt, ein schöneres Leben zu bieten. Doch kann Letty ihre Ängste überwinden und ihre zweite Chance im Leben nutzen?

(Klappentext)

Meinung

Das Cover mag ich ziemlich gern. Es ist zwar nicht unbedingt auffallend, aber spiegelt einen Teil des Inhalts sehr gut wider, was mir persönlich immer besonders gefällt. Außerdem wirkt es im Vergleich zu anderen Buchcovern einzigartig, weil es so ungewohnt ist, aber stilvoll ist. In meinen Augen perfekt gewählt!

Als ich mit dem Lesen begann, hatte ich erst Angst, dass mir das Buch vielleicht doch nicht so gut gefallen könnte und ich ewig brauchen würde, um es zu beenden. Ich konnte auf den ersten Seiten die Charaktere überhaupt nicht zuordnen und keine Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Szenen herstellen. Das hat das Verständnis etwas erschwert. Zum Glück hat sich das aber nach den ersten Kapiteln direkt gelegt und der etwas holprige Einstieg hat sich in eine wirklich tolle Handlung verwandelt. Die ersten Schwierigkeiten habe ich schnell vergessen können. Stattdessen konnte mich die Geschichte anschließend berühren und relativ schnell fesseln, weil ich so neugierig darauf war, was Letty aus ihrem Leben machen würde.

Sie musste sich ändern. Du hast deine Kinder, und deine Kinder haben dich. (Seite 77)

Letty hat einen Autounfall und lernt während ihres Krankenhausaufenthalts ein Mädchen kennen. Im nächtlichen Gespräch mit diesem wird Letty so einiges bewusst und sie bemerkt, dass sie gerade eine zweite Chance für ihr Leben erhalten hat. Wie im Zitat gut erkennbar, möchte sie diesen Neustart wirklich nutzen, denn bisher war sie eher selten für ihre Kinder da. Eine junge Schwangerschaft hat ihr Leben erschwert und sie hat eher versucht, Geld für die Familie zu verdienen. Zu ihrem Glück konnte sie bis zuletzt immer auf ihre Eltern vertrauen, die sich um die Kinder gekümmert haben, wenn Letty arbeiten war. Aber nun ändert sich auch dies schlagartig.

Es gestaltet sich natürlich äußert schwierig, das Leben von jetzt auf gleich komplett umzustellen. Noch dazu weil Sohn Alex sehr intelligent und neugierig ist. Durch seine Suche nach dem eigenen Vater kommen auf Letty noch weitere Probleme zu, die sie alle unter einen Hut bekommen muss. Aber auch Alex selbst hat mit so einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Das macht das Buch aber so wahnsinnig interessant und spannend, denn durch die verschiedenen Szenen wird immer wieder die Neugier geweckt, mehr erfahren zu wollen und es kommt niemals Langeweile oder Eintönigkeit auf. Zusätzlich werden öfter kleiner Weisheiten eingebaut und Szenen, die besonders tiefgründig zu sein scheinen. Man kann beim Lesen so viel für das eigene Leben mitnehmen und denkt öfter mal über dieses nach.

Letty hat mir als Charakter gut gefallen. Sie ist zu Beginn des Buches noch extrem überfordert von der neuen Situation, aber man merkt sehr deutlich, dass sie sich weiterentwickelt und dazu lernt. Zwar steht auch sie an einem gewissen Punkt im Zwiespalt, aber ich glaube, mir wäre es an ihrer Stelle nicht anders gegangen. Ihre Taten und Denkweisen waren für mich zum Großteil sehr nachvollziehbar und sie wurde mir im Verlauf immer sympathischer. Ihr Sohn Alex hingegen war mir von Beginn an super sympathisch. Man sieht ihm eindeutig an, dass er früh selbstständig werden musste, er aber trotzdem noch immer auf Hilfe von anderen angewiesen ist. Seine Schulkameradin weckt im Verlauf einige neue Seiten in ihm und so entsteht auch eine rührende Nebenhandlung zwischen zwei jungen Menschen, die nach und nach immer mehr in den Vordergrund rückt.

Fazit

Nach den anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Buch hatte ich erst etwas Angst. Aber das Buch konnte mich dann doch ziemlich schnell mitreißen und berühren. Ich flog förmlich durch die Seiten und musste immer weiterlesen, um mehr über Letty und ihre Familie zu erfahren. Die Spannung wurde durchweg gehalten, da immer wieder neue Probleme in das bestehende Chaos einfließen. So entstand jedoch nie Langeweile und die Geschichte gewann durch die diversen Szenen so einiges an Tiefe. Zusammengefasst für mich ein absolut schönes Buch, das mit einem einfacheren Einstieg fast perfekt hätte werden können. Trotzdem ist Weil wir Flügel haben definitiv zu empfehlen für jeden, der gerne Bücher über Familien, Schicksale und Freundschaft liest. Denn alle Themen spielen hier eine ziemlich große Rolle.

Weitere Meinungen zu: Weil wir Flügel haben

Schreibtrieb / BookNaerrisch

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