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Rezension

[Rezension] Andreas Izquierdo: Romeo & Romy

Rezension Romeo & Romy
  • Andreas Izquierdo: Romeo & Romy
  • Preis: 14,99 (Klappbroschur) / 12,99 € (eBook)
  • Verlag: Suhrkamp / Insel
  • Erscheinungstermin: 11. April 2016
Romeo & Romy ist ein Buch von Andreas Izquierdo. Es ist am 11. April 2016 beim Insel Verlag als Klappbroschur erschienen. Das Buch umfasst 491 Seiten.

Inhalt

Keinen Job, keinen Freund, keine Perspektive – das ist die nicht gerade erfreuliche Bilanz, als Romy in ihr winziges Dorf im schönsten Nirgendwo heimkehrt. Als Schauspielerin gescheitert, umgeben von schrulligen Alten, fasst sie einen tollkühnen Plan: Sie wird aus ihrer Scheune ein elisabethanisches Theater bauen. Und Romeo & Julia aufführen. Mit den Alten aus ihrem Dorf. Sie haben kein Geld, keine Erfahrung, aber einen Star: Ben, Herzensbrecher und liebenswerter Dilettant, dessen größter Erfolg ein Waschmittelspot war …

(Klappentext)

Meinung

Das Cover mag ich absolut. Es wirkt verträumt und macht neugierig. Das „Und“-Zeichen sticht besonders gut heraus durch die orangene Farbe. Und wenn man interpretieren mag, könnte man jetzt behaupten, dass das garantiert gewollt ist, weil das „und“ ein Zusammensein beschreibt, das auch im Buch eine tragende Rolle spielt.

Der Einstieg in das Buch fiel mir ziemlich leicht und ich war recht schnell in der Handlung drin. Lediglich der erste Satz hat mich anfangs irritiert, weil ich nach diesem gedacht hätte, ich habe es mit einem Krimi zu tun. Aber es stellte sich dann schnell heraus, dass er sich auf das Theaterstück bezog, obwohl ich das jetzt nach Beenden des Buches auch nicht mehr ganz glaube, denn dieser erste Satz sagt noch so einiges mehr aus. Zu Beginn kam ich außerdem noch nicht ganz mit den Namen klar, weil ich ständig durcheinander gekommen bin, dass Ben ja eigentlich doch Romeo ist. Ich dachte nämlich sehr oft, dass es zwei verschiedene Personen wären. Aber das legte sich zum Glück recht schnell.

Im weiteren Verlauf der Handlung konnte mich das Buch immer mehr mitreißen und auch stark berühren. Romy kehrt in ihr Heimatdorf zurück, das irgendwie in der Zeit stecken geblieben scheint. Es wird von alten Leuten bewohnt, die aber wie Romys große Familie sind. Alle haben so ihre Eigenheiten, die das Buch ziemlich interessant gemacht haben. Manche mögen es zwar schrullig nennen, aber ich fand das Dorf sehr sympathisch und es wirkte authentisch, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es im tiefsten Osten Deutschlands noch solche winzigen Orte mit den alteingesessenen Heimischen gibt. Ich bin sonst eher nicht so heimatbezogen, aber dieses Dorf hat mir wirklich gut gefallen.

Witzig und zugleich auch traurig fand ich die Panik der Alten aus dem Dorf, die sie zu Taten angestiftet hat, die sonst niemand tun würde. Und das alles aus Liebe zu ihrer Heimat. Gerade bei dem folgenden Zitat merkt man das auch sehr gut:

„Du bist jung, du hast viele Wünsche. Mit den Jahren erfüllen die sich, oder man gibt sie auf. Jedenfalls werden es immer weniger. Und ganz zum Schluss hat man keine mehr. Oder nur noch einen: da zu bleiben, wo man einmal glücklich gewesen ist.“ (Seite 79)

Es ist der letzte Wunsch in ihrem alten Leben und sie kämpfen darum, diesen erfüllt zu bekommen. Genau hier setzt dann auch die Handlung so richtig ein, denn Romy möchte natürlich einen Schlussstrich ziehen. Sie kann die Gedanken der Alten zwar nachvollziehen, aber möchte natürlich niemanden einfach so verlieren. Zumal sie selbst eine eher traurige Kindheit hatte und die Alten ihr wirklich wichtig sind. Die erklärende Szene, was mit Romys Mutter geschehen ist, hat mich komplett zum Weinen gebracht, weil sie mich so tief berührt hat. Sie zeigt, was Mutterliebe bewirken kann und was man auf sich nimmt, um sein Kind bis zur letzten Sekunde glücklich sein zu lassen.

Insgesamt befasst sich „Romeo & Romy“ mit so vielen zusätzlichen Themen, die spannend und interessant sind. Auch Themen, von denen ich sonst eher wenig gelesen habe, die aber meine Neugier geweckt haben. Immer wieder gab es Szenen, wie die mit Romys Mutter, die mich entweder zutiefst gerührt oder komplett überrascht und aufgeweckt oder getroffen haben. Viele Wendungen führten mich durch das Buch, sodass ich nie genau voraussagen konnte, was als nächstes passiert.

Romy selbst war mir während des gesamten Buches immer sehr sympathisch. Sie hat zwar manchmal etwas naiv gehandelt, aber da sie noch jung ist (Mitten in den Zwanzigern), darf sie ruhig noch Fehler begehen und aus diesen lernen. Die Alten haben sie dabei immer gut unterstützt, waren aber auch so manches Mal nicht ganz einverstanden. Sie hat jedoch nicht aufgegeben und Stärke gezeigt, denn sie hatte immer ihr Ziel vor Augen, das sie unbedingt erreichen wollte. Immer, wenn sie stürzte, ist Romy wieder aufgestanden und hat weitergemacht, was mich sehr überzeugt hat.

Fazit

Ein Roman, der mich komplett überrascht hat. Ich habe geweint, ich habe gelacht, ich habe gehofft und wurde zum Nachdenken angeregt. Eine perfekte Mischung für eine wunderschöne Geschichte über den letzten Wunsch der alteingesessenen Alten und dem spontanen Traum einer jungen Frau, die das Tief in ihrem Leben überwinden und nochmal starten möchte.

Weitere Meinungen zum Buch

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3 Tatzenabdrücke

  • Reply Andreas Izquierdo

    Vielen Dank! Tolle Rezension!
    LG Andreas

    25. April 2016 at 18:01
  • Reply Buechertatzen - [Vorstellung] Lovelybox von Lovelybooks - Buechertatzen

    […] sich dabei um “Romeo & Romy” von Andreas Izquierdo. Ich habe auch bereits eine Rezension zum Buch geschrieben. Wenn ihr neugierig seid, dann ist das also eure […]

    8. Juni 2016 at 20:28
  • Reply Buechertatzen - [Neuzugänge] Neue Bücher im Mai 2016 - Buechertatzen

    […] Romeo & Romy (Rezension) […]

    26. Oktober 2016 at 22:57
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