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Rezension

[Rezension] Sebold, Alice: In meinem Himmel

Alice Sebold: In meinem Himmel (380 Seiten)

Preis: 8,95 € (Taschenbuch) / 7,99 € (eBook)

Verlag: Goldmann TB Verlag

Erscheinungstermin: 01. Februar 2005

In meinem Himmel ist ein Buch von Alice Sebold. Es ist am 01. Februar 2005 im Goldmann Verlag als Taschenbuch erschienen. Das Buch umfasst 380 Seiten. Das englische Original The Lovely Bones erschien 2002 bei Little, Brown and Company.

Inhalt

Susie Salmon führt das ganz normale Leben eines Teenagers in einer amerikanischen Kleinstadt – bis zu jenem Tag im Dezember, als sie von einem Vergewaltiger getötet wird. Aber Susies Existenz ist damit nicht ausgelöscht. Von „ihrem Himmel“ aus verfolgt sie das Leben auf der Erde, beobachtet ihre Freunde und Familie, die mühevoll nach Wegen suchen, um den Verlust zu verarbeiten. Und erst wenn die fragile Balance menschlicher Existenz wiederhergestellt ist, kann auch Susie ihren Seelenfrieden finden …

(Klappentext)

Erster Satz

In der Schneekugel auf dem Schreibtisch meines Vaters befand sich ein Pinguin, der einen rot-weiß gestreiften Schal trug.

Meinung

Das Cover lässt meiner Meinung nach viel Freiraum zum Interpretieren. Ich persönlich habe es so verstanden, dass hier eine Schneekugel gezeigt wird, in der das Elternhaus von Susie Salmon steht. Sozusagen eine Verbildlichung davon, dass sie in ihrem Himmel sitzt und von oben auf das Geschehen herabschauen kann. An sich gefällt mir das Cover dadurch ziemlich gut, aber andererseits ist es auch ziemlich langweilig. Also hier bin ich mir da nicht ganz so einig, was ich davon halten soll.

Der Schreibstil der Autorin ist recht locker und an die junge Erzählerin Susie Salmon angepasst. Die Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit waren relativ deutlich gekennzeichnet, nur manchmal wusste ich nicht ganz genau, wo wir uns nun befinden und was genau gemeint ist. Das lag teilweise aber auch daran, dass einfach zu viele Personen vorgekommen sind, deren Geschichten erzählt worden. Hier hätte sich die Autorin vielleicht weniger Personen auswählen können, um es dem Leser zu vereinfachen. Trotz allem war es aber noch immer ziemlich verständlich.

Das Buch umfasst 23 Kapitel und zwei zusätzliche, die jedoch nicht nummeriert sind, sondern Überschriften tragen („Schnappschüsse“ und „Gebeine“). Erzählt wird die gesamte Geschichte von Susie Salmon selbst, die von ihrem Himmel aus alles sehen kann und uns Lesern darüber berichtet. Dabei geht sie auf die Gegenwart ein, aber auch aus Dinge aus der Vergangenheit, an die sie sich erinnert. Außerdem beginnen die Kapitel nicht immer auf einer neuen Seite, sondern sind hintereinander fortgeschrieben.

Die Handlung selbst kann ich bis heute nicht ganz verstehen. Ich hatte mir von dem Buch aber auch etwas anderes erwartet und bin deswegen etwas enttäuscht, weil ich damit ziemlich falsch lag. Mir persönlich war es an vielen Stellen einfach viel zu langatmig und man hätte sich eindeutig kürzer fassen können. Nur durch das mehrmalige Lesen des Klappentextes habe ich grob verstanden, worum es im Buch nun eigentlich gehen sollte. Die Spannung wurde natürlich ziemlich schnell genommen, weil man ja bereits von Anfang wusste, dass Susie ermordet wird. Das einzige, was daran noch spannend war – zumindest für mich – war, dass man nicht genau wusste, wie sie ums Leben kam und das im Buch nochmal erläutert wird. Letztendlich weiß ich dementsprechend aber auch nicht genau, was ich dazu noch groß sagen soll, weil es einfach keine wirkliche Handlung gab. Susie Salmon hat von ihrem Himmel nur den weiteren Lebensverlauf ihrer Familie und Freunde beobachtet und gesehen, wie sich langsam aber sicher ihren Tod versuchen, zu überwinden.

Die Charaktere kann ich nicht genau beschreiben, weil sie alle aus Sicht von Susie Salmon beschrieben wurden und mir persönlich das eigentlich schon wieder zu subjektiv ist. Aber Susie selbst … Da bin ich mir auch unsicher, was ich von ihr nun halten soll oder nicht. Insgesamt habe ich einfach immer noch das Problem, dass ich den Sinn des Buches nicht ganz verstanden habe und dadurch auch keinen Draht zu den Charakteren gefunden habe. Sie waren eben einfach da und haben gehandelt.

Fazit

Für mich war dieses Buch eher eine Enttäuschung, weil ich viel mehr erwartet habe – allein durch die Filmvorschau. Ich habe bis heute nicht ganz verstanden, was mir die Autorin mit dem Buch sagen möchte und weiß dementsprechend nicht, was ich von dem Buch zu halten habe. Es kann jedoch sehr gut sein, dass andere Leser dieses Buch lieben werden, wenn sie – im Gegensatz zu mir – den Sinn der Geschichte erkennen. Ich glaube, hier sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden.

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1 Tatzenabdruck

  • Reply RoM

    Grüß Dich, AefKaey.
    Nun kenne ich nur den Film, aber ich denke Peter Jackson wird sich hier ähnlich intensiv um das Buch gekümmert haben, wie bei Tolkiens Ring.
    Für mich geht es um Susie (Miss Ronan ist in der Rolle das Superlativ von beeindruckend), wie sie langsam akzeptiert nicht mehr Teil des Lebens zu sein. Ihr Loslaßen ist der Gral, den sie sucht.
    Zudem geht es um ihre Familie, wie jeder mit dem Schmerz und der Leere für sich umgeht. Nicht zu vergessen der Serienmörder. Oder Ruth, die Susie sehen kann. Alles zusammen ergibt die Seelenlandschaft von Menschen, die durch ihren Tod betroffen sind & werden.
    Der Film selbst ist randvoll mit wunderschönen Szenen und solchen, die einem das Blut in den Adern gefrieren laßen, weil sie einem das Herz zerreißen.

    Der kleine Bruder, wie die exaltierte Granny hätten aber gestrichen gehört.

    Zentral geht es bei der Story um die Liebe. Wie sie uns fehlt. Wie sie uns bestimmt.

    Besides…
    …welcome home! 🙂

    bonté

    12. August 2013 at 22:20
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