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Rezension

[Rezension] Cash, Wiley: Fürchtet euch

Wiley Cash: Fürchtet euch (352 Seiten)

Preis: 9,99 € (Taschenbuch) / 9,99 € (eBook)

Verlag: Fischer Verlag

Erscheinungstermin: 22. April 2013

Fürchtet euch ist ein Buch von Wiley Cash. Es ist am 22. April 2013 im Fischer Verlag als Taschenbuch erschienen. Das Buch umfasst 352 Seiten. Das englische Original A Land More Kind Than Home erschien am 29. März 2012 bei Doubleday.

Inhalt

Mitten in einem kleinen Ort in den Bergen von North Carolina passiert etwas Erschütterndes. Der dreizehnjährige Christopher, auch Stump genannt, hatte bisher nie ein Wort gesprochen und soll während des Gottesdienstes geheilt werden. Doch er überlebt diesen Tag in der Kirche nicht. Niemand will sich darüber äußern, doch was hat sein neunjähriger Bruder Jess gesehen? Als er sein Schweigen bricht, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Erster Satz

Kiesstaub wehte über den Parkplatz, während ich im Wagen saß und das Gebäude als das sah, was es gewesen war; nicht als das, was es jetzt in diesem Augenblick im heißen Sonnenlicht war, sondern rund zwölf oder fünfzehn Jahre zuvor: ein großer Gemischtwarenladen, wo sich die Leute vor der Essenstheke drängelten oder in einer Schlange vor dem Limonadenstand warteten, wo kleine Kinder sich Eis in so ziemlich jeder denkbaren Geschmacksrichtung bestellten, wo sie Bonbons in Viertelpfundtüten kauften, Schokokekse, Zuckermandeln und andere Sachen, auf die ich seit Jahren schon keinen Appetit mehr hatte.

Meinung

Das Cover gefällt mir persönlich sehr gut, denn ich mag orangene Töne gerne. Außerdem ist es passend gewählt. Die Kirche im Hintergrund und der Junge im Feld spiegeln eindeutig das wider, was im Klappentext formuliert wird.

Der Schreibstil des Autors hat mir relativ gut gefallen. Es hätte an einigen Teilen des Buches sicher im englischen Original besser geklungen, denn ich vermute, dass einige Übersetzungen einfach schlecht gelungen sind. Das kreide ich dem Schreibstil des Autors aber nicht an. Cash schreibt zudem sehr detailliert alles auf. Beispielsweise beschreibt er ganz genau, wie der neunjährige Jess sich ein Glas Milch nimmt und wie er sich das nimmt. Manchmal wusste ich jedoch nicht, warum alles so genau beschrieben wird. An anderen Stellen ist diese Genauigkeit aber passend und regt die Vorstellung sehr gut an.

Das Buch ist aus verschiedenen Sichten geschrieben. Diese sind entweder die vom neunjährigen Jess, dem Sheriff Clem oder der ehemaligen Hebamme Adelaide. Alle drei sind jeweils in der Ich-Form geschrieben und erzählen von den gegenwärtigen Ereignissen oder von Erlebnissen und Erinnerungen aus der eigenen Vergangenheit des jeweiligen Erzählers.

Die Handlung war für mich persönlich nicht mehr sonderlich spannend, weil das Ereignis des Todes schon vorweg genommen wurde. Teilweise war die Geschichte zu langatmig und ich habe mich des Öftern gefragt, was die Erinnerungen aus der Vergangenheit mit der eigentlichen Handlung zu tun haben. Gegen Ende des Buches wurde es aber noch einmal spannend und es wurde doch noch richtige Spannung aufgebaut. Auch wurde ich hier nun endlich halbwegs gefesselt, da ich wissen wollte, wie die Geschichte enden wird. Ich vermute durchaus, dass es einen tieferen Sinn in diesem Buch gibt, der mir jedoch nicht deutlich geworden ist.

Die Charaktere wirken sehr authentisch, auch wenn ich oft die Handlungen der Personen nicht nachvollziehen konnte. Genau das macht sie aber in diesem Buch so besonders. Der neunjährige Jess wirkt einerseits sehr kindlich und seinem Alter entsprechend. Andererseits muss er schon sehr viel mitbekommen und sieht eigentlich zu viel für sein junges Alter. Er ist ziemlich ängstlich und möchte es jedem Recht machen. Damit war Jess für mich am sympathischsten von allen Charakteren. Seine Mutter Julie hingegen wurde mir im Verlauf der Handlung immer unsympathischer. Ich kann ihre Handlungen nicht nachvollziehen und kann mich nicht in sie hineinversetzen. Sie glaubt dem Pastor und vertraut ihm blind. Dabei merkt sie gar nicht mehr, was sie ihrer eigenen Familie damit antut. Adelaide ist mir sehr sympathisch gewesen, sie wirkte wie die nette Großmutter, die für jeden da ist und immer einen guten Rat hat. Sie scheut sich vor nichts und hilft, wo sie nur kann. Außerdem ist sie sehr charakterstark und vertraut nur auf ihre eigene Meinung.

Fazit

Ein recht interessantes Buch, das es leider nicht geschafft hat, mich komplett zu fesseln und zu überzeugen. Vieles bleibt mir nach dem Lesen noch immer unklar. Wer jedoch das Buch und die Handlung versteht, der wird hier sicher Spaß haben beim Lesen.

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2 Tatzenabdrücke

  • Reply RoM

    Hallo Aefkaey.
    Wie ich gerade sehe bist in puncto reading challenge auf dem besten Weg. Mit 42 Bücher, gelesen in fünf Monaten, könnte ich wirklich nicht dienen. Chapeau!

    Zum Roman…
    Die Konstelation von "Kirche" & "Heilung eines Stummen" läßt mich jetzt vermuten, daß hier ein "Wunder" getätigt werden sollte. Der verschuldete Tod des Jungen demnach quasi unter die Decke gekehrt werden, weil sich die Verantwortlichen in keinster Weise verantwortlich fühlen.
    Aber wie war das doch gleich mit dem "Lügen"?!

    Es geht also um "Scheinmoral" und deren schräge Schwester "Doppelmoral"; für eine Story ein ergiebiges Thema.
    Was die Rückblicke einzelner Figuren angeht, würde ich jetzt aus der Distanz vermuten, daß sie ein Bild der Verhältnisse in diesem Ort wiederspiegeln wollen. Quasi die Definition der Stimmung.

    Kommt Zeit, kommt ein besseres Buch – sagt man/frau.
    🙂

    bonté

    4. Juni 2013 at 20:11
  • Reply AefKaey

    Hallo,

    teilweise waren da aber auch kürzere Bücher dabei und eins ist noch nicht auf der Liste, weil es noch nicht erschienen ist (war ein Korrekturexemplar).

    Deine Vermutung ist richtig. Es sollte sozusagen eine dieser "Wunderheilungen" sein, die aber eben schief gelaufen ist. Und damit kein schlechtes Licht auf die Kirche fällt, spricht natürlich keiner darüber und alle sind sowieso so blind in ihrem Glauben, dass sie davon ausgehen, dass es Gottes Wille war und so.

    Am besten du liest es auch mal und klärst mich dann auf =)

    Liebe Grüße

    4. Juni 2013 at 20:36
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