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Rezension

[Rezension] Moyes, Jojo: Ein ganzes halbes Jahr


Jojo Moyes: Ein ganzes halbes Jahr (512 Seiten)

Preis: 14,99 € (Broschiert) / 12,99 € (eBook)


Verlag: Rowohlt Polaris


Erscheinungstermin: 21. März 2013

Ein ganzes halbes Jahr ist ein Buch von Jojo Moyes. Es ist am 21. März 2013 im Rowohlt Polaris Verlag erschienen. Das Buch umfasst 512 Seiten. Das englische Original Me before you erschien am 05. Januar 2012 bei Penguin Books.

Inhalt

Louisa Clark hat einen besonderen Kleidergeschmack, den nicht jeder in ihrer kleinen Heimatstadt teilt. Aber sie ist glücklich und arbeitet gerne in dem kleinen Café auf der Burg. Sie ist seit Jahren mit ihrem Freund Patrick zusammen, den sie aber eigentlich nicht liebt. Doch dann verliert sie ihren Job in dem kleinen Café und begegnet auf ihrer Jobsuche Will.
Will Traynor hat eine steile Karriere hingelegt und fast alles erlebt, fast alles gesehen. Doch das war vor dem Unfall. Jetzt ist alles anders und er ist so verzweifelt deswegen, dass er genau weiß, dass er dieses neue Leben nicht ertragen kann. Dann begegnet er Lou.
Lou und Will – eine herzzerreißende Liebesgeschichte.

Erster Satz

Als er aus dem Bad kommt, ist sie wach, hat sich gegen das Kopfkissen gelehnt und blättert durch die Reiseprospekte, die neben seinem Bett gelegen haben.

Meinung

Das Cover ist meiner Meinung nach wunderschön. Es ist so unscheinbar und doch so wundervoll. Ein schwarz-weiß Effekt, der durch die roten Blumen abgerundet wird. Das ist ein regelrechter Blickfang. Außerdem wurde auch hier ein Schattenriss eines Mädchens verwendet, der ganz besonders wirkt und auf eine tiefgreifende Handlung schließen lässt.

Der Roman ist größtenteils aus der Sicht von Lou geschrieben und bringt dadurch ihre Gefühle und Gedanken sehr gut herüber. Außerdem gibt es kleine Kapitel, die aus der Sicht einer wichtigen Person, wie Wills Mutter, geschrieben sind, die einen besseren Einblick in die gesamte Handlung bringen, sich aber trotzdem gut in Grenzen halten.


Die Autorin Jojo Moyes schreibt flüssig und bringt zusätzliche Informationen und Details sehr gut rüber, so dass man auch als Laie ziemlich schnell mit einem fachlichen Thema umgehen kann. Man wird als Leser dabei so sehr gefesselt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag und so schnell durch die Geschichte fliegt, dass man sich gerne bremsen mag, um nicht zu schnell am Ende zu sein. Außerdem wird schon im Prolog die Spannung aufgebaut und erst langsam alle Informationen preisgegeben, so dass sich diese Spannung bis zur letzten Seite hält.


Ich persönlich war von der Handlung selbst sehr überrascht, da ich mit einer „normalen“ Liebesgeschichte gerechnet habe. Umso begeisterter war ich, als ich bemerkte, dass ich mich da getäuscht habe. Jojo Moyes hat es geschafft, ein ernstes und viel diskutiertes Thema so gut in die Handlung einzubauen, dass man als Leser mitgerissen wird und sich selbst überlegt, wie man persönlich in der Situation handeln würde. Ich selbst wurde sehr zum Nachdenken angeregt und habe regelrecht mitgefiebert, wie das Buch enden wird. Es sind so viele bewegende Szenen eingebaut, bei denen ich gar nicht anders konnte, als meinen Tränen freien Lauf zu lassen.


Louisa Clark war mir von Beginn an sympathisch. Sie wirkt total authentisch und man fühlt sich als Leser sofort mit ihr verbunden. Während der Handlung merkt man, wie sie sich verändert und wie sie immer stärker wird. Sie entwickelt sich zu einer Kämpfernatur, die alles daran setzt, ihr vorgenommenes Ziel zu erreichen und endlich glücklich zu werden. Will Traynor hingegen hat mich traurig gestimmt. Ich würde mein Leben nicht mit ihm tauschen wollen und kann seine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen. Trotzdem hätte ich mir oft gewünscht, ihn rütteln zu können, um ihm zu zeigen, was er durch seine Art verpasst. Während der Handlung merkt man aber deutlich, dass auch er sich verändert. Seine Mutter Camilla war mir von Anfang an unsympathisch. Ich kann durchaus verstehen, dass es als Mutter nicht einfach ist und dass es dauert, bis man mit der Situation leben kann. Dennoch hätte sie ihren Sohn mehr unterstützen, sich ihm mehr zuwenden können.


Insgesamt wirken alle Charaktere, die im Buch eine wichtige Rolle spielen, sehr authentisch und handeln durchaus nachvollziehbar, auch wenn ich dadurch nicht jeden als sonderlich sympathisch empfand. Jojo Moyes hat es aber geschafft, alle Charaktere so real wirken zu lassen, dass die Geschichte wie aus dem echten Leben gegriffen herüberkommt.

Fazit

Eine wundervolle Geschichte, die so schön und traurig zugleich ist. Hier bleiben keine Augen trocken. Ein absolut empfehlenswertes Buch für jeden!

Ich würde hier auch mehr als fünf Tatzen vergeben, wenn das ginge!

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1 Tatzenabdruck

  • Reply RoM

    Hi nochmal!
    Besagter Roman erfreut sich hoher Beliebtheit in den Blogs, die ich lese. Zurecht, wie auch Deine 5 Tatzen belegen. Eine gute Story wirkt eben.

    Ich kenne mit dem wunderbaren 'Snow Cake' einen Film, der sich in ähnlich gelungener Weise um das Helfen und Hilfe annehmen dreht. Dabei tragisch, humorvoll und poetisch ist. Ein Juwel.

    bonté

    9. Juni 2013 at 12:25
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