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Rezension

[Rezension] Gioia Diliberto: Das kleine Schwarze

  • Gioia Diliberto: Das kleine Schwarze
  • Preis: 4,95 € (Taschenbuch)
  • Verlag: Knaur Taschenbuch
  • Erscheinungstermin: 01. Mai 2010 
Das kleine Schwarze ist ein Roman von Gioia Diliberto. Es ist am 01. Mai 2010 als Taschenbuch im Knaur Verlag erschienen. Das Buch umfasst 383 Seiten.

Inhalt

Das kleine Schwarze spielt in den 20er Jahren in der Hauptstadt Frankreichs, nämlich Paris. Die junge Isabelle Varlet leidet schon seit Jahren an der Schwindsucht und hat während ihrer Krankheit das Nähen von ihrer Großmutter gelernt. Nun bekommt sie eine Stelle als Schneiderin in Paris in einem Atelier der Coco Chanel, die gerade zu einer Berühmtheit aufstrebt. Doch das Leben einer Parisienne ist ein kompletter Unterschied zu dem Leben, das Isabelle sonst geführt hat. Sie stürzt in eine Welt der Extreme. Ob sie dem Druck standhalten kann und sich einen Namen schafft?

Meinung

Die Covergestaltung passt perfekt zur Geschichte im Buch. Verschiedene Kleider sind dort an Modepuppen aufgezogen und stellen damit den Beruf der Protagonistin dar. Außerdem wird ein Teil einer Frau in einem schwarzen Kleid gezeigt, das auch gleichzeitig den Titel des Buches unterstreicht.
Ich habe am Anfang eine Weile gebraucht, eh ich wirklich in der Geschichte drin war. Aber danach wurde es besser und vor allem sehr interessant. Die Autorin schreibt sehr detailliert und weiß das Land und die Leute in Szene zu setzen. Viele Erklärungen in den Beschreibungen und in den Gesprächen der Charaktere haben dabei geholfen, das Diamantengeschäft und die ärztliche Situation zu beschreiben.
Das Buch selbst ist aus der Sicht von der Protagonistin Isabelle Varlet geschrieben, die dem Leser ihre Geschichte erzählt. Dadurch bekommt man jederzeit die Gedanken und Gefühle der Varlet übermittelt und kann sich sehr gut in die Probleme hineinversetzen. Besonders gut fand ich, dass die Autorin am Ende des Buches eine Übersicht erstellt hat, die die wichtigsten Berufsbezeichnungen enthielt und diese beschrieb, so dass sich der Leser dort Informationen holen konnte, um die Handlung besser verstehen zu können.
Die Geschichte selbst ist flüssig geschrieben und durch viele Absätze gekennzeichnet. Mir persönlich hat das den Lesefluss erleichtert, andere Leser könnte es aber irritieren, weil die Absätze zum Teil auch mitten in einer Handlung gesetzt werden. Viele kleine Details machen es außerdem möglich, sich die Mode vorstellen zu können, genauso wie die Ateliers und Anlässe.
Während der gesamten Handlung gibt es immer wieder kleine Höhepunkte, die nachher zu dem großen, besonderen Abschluss führen. Dabei fühlt man als Leser die Hektik, die sich in den Ateliers ausbreitet. Außerdem baut ein bestimmter Vorfall einen Spannungsbogen auf, dessen Auflösung immer wieder neu gestrickt und der Leser verwirrt wird. Bis zum Ende ist eher unbekannt, wie dieser Handlungsstrang ausgehen wird. Außerdem fühlt man die Kämpfe der unterschiedlichen Modemacher und die gewisse Arroganz der Society.
Isabelle Varlet ist eine authentische Protagonistin, die sehr sympathisch wirkt und durch ihre Zielstrebigkeit überzeugt. Wenn sie sich ein Ziel gesetzt hat, dann setzt sie alles daran und vergisst sogar Hunger und Müdigkeit. Durch ihre freundliche Aura macht sie sich auch bei ihren Kollegen zum Freund und kann im entscheidenden Moment auf diese zählen. Ihre Chefin Chanel dagegen, die meist nur Mademoiselle genannt wird, zeigt eindeutig ihre kühle, erhabene, arrogant wirkende Seite, die sie eher unsympathisch erscheinen lässt. In ihrem Kopf dreht sich alles um ihre Kollektion. Dabei beachtet sie gar nicht, dass die Kreationen in aufwendiger Handarbeit und mit viel Zeitaufwand von ihren Näherinnen geschneidert wurden. Das zeigt sich ganz deutlich auch am Ende der Handlung. Daniel, der in der Handlung auch eine wichtige Rolle spielt, wirkt sehr geheimnisvoll, weil man als Leser nie genau weiß, was man von ihm halten soll und nicht in seine Gedanken- und Gefühlswelt eindringen kann. Trotzdem wirkte er auf mich persönlich noch sympathisch.

Fazit

Ein gelungener Roman über das Leben in der Zeit der Coco Chanel, der zeigt, dass auch eine junge Dame vom Land ihren Traum verwirklichen kann, wenn sie nur zielstrebig genug und von sich selbst überzeugt ist.

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