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Rezension

[Rezension] Jennifer McVeigh: Das Leuchten des Fieberbaums

  • Jennifer McVeigh: Das Leuchten des Fieberbaums (489 Seiten)
  • Preis: 9,99 € (Taschenbuch) / 8,99 € (eBook)
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch
  • Erscheinungstermin: 08. März 2013

Das Leuchten des Fieberbaums ist eine Südafrika-Saga von Jennifer McVeigh. Es ist am 08. März 2013 im Ullstein Verlag als Taschenbuch erschienen. Das Buch umfasst 489 Seiten.

Inhalt

Frances Irvine ist 19 Jahre alt als ihr Vater stirbt. Jetzt ist sie komplett allein im England des 19. Jahrhunderts. Frances steht vor der Wahl: Entweder sie geht zu ihrer Tante und spielt dort das Kindermädchen oder heiratet einen entfernten Cousin, der als Arzt in Südafrika arbeitet. Nach einigem Hin und Her entscheidet sie sich dazu, den Heiratsantrag anzunehmen und begibt sich auf die Überfahrt nach Afrika. Dort lernt sie William Westbrook kennen, dessen Freund derzeit Machthaber im neuen Diamantengeschäft in Südafrika ist. Westbrook hat eine anziehende Wirkung auf Frances und sie verliebt sich in ihn und würde ihren Verlobten dafür sofort verlassen. Frances heiratet jedoch ihren Verlobten, den jungen Arzt Edwin Matthews, der ihr nur ein sehr armes Leben ermöglich kann. Als sie später wieder auf William Westbrook trifft, muss sie lernen, wie dieser wirklich gestrickt ist. Ob ihre Ehe mit dem Arzt noch eine Chance hat? Und ob sie je ein besseres Leben führen wird?

Meinung

Die Covergestaltung des Buches hat mir sehr gut gefallen. Die Seite beinhaltet ein kreisrundes Loch, durch das ein Zebra zu sehen ist. Auf der restlichen Seite ist die weite Steppe Afrikas abgebildet, im Vordergrund die Hinterseite einer jungen Frau und außerdem die Zweige eines Baumes. Auf der Innenseite ist wieder die Steppe Afrikas abgebildet. Darauf das kleine Zebra, das man durch das Loch sehen kann und außerdem noch eine größere Version des Tieres. Dasselbe Bild ist auch nochmal auf der hinteren Innenseite zu sehen. Die Gestaltung des Covers passt perfekt zum Buch und dessen Geschichte.

Ich habe am Anfang eine Weile gebraucht, eh ich wirklich in der Geschichte drin war. Aber danach wurde es besser und vor allem sehr interessant. Die Autorin schreibt sehr detailliert und weiß das Land und die Leute in Szene zu setzen. Viele Erklärungen in den Beschreibungen und in den Gesprächen der Charaktere haben dabei geholfen, das Diamantengeschäft und die ärztliche Situation zu beschreiben.

Die Handlung war anfangs eher schleppend. Man wusste als Leser nicht genau, wo die Geschichte hinführen wird. Aber als Frances in Afrika angekommen ist, beginnt die Handlung erst richtig und wird teilweise sehr spannend, wenn es darum geht, wofür sie sich nun entscheidet. Für mich persönlich war die Liebesgeschichte um Frances und die zwei Männer nachher so tiefsinnig, dass ich am Endes des Buches sogar eine Träne vergossen habe, weil bis zur letzten Seite nicht klar war, wie die Geschichte ausgehen wird und ich nach dem letzten Absatz dann endlich meine Klarheit hatte. Dementsprechend hat mich das Ende auch wirklich sehr berührt.

Die Hauptcharakterin Frances ist für ihre 19 Jahre noch sehr jung und naiv. Sie ist immer behütet aufgewachsen und weiß nicht wirklich, wie die echte Welt ist. Das zeigt sich sehr deutlich in Südafrika, wo sie mit den ärmsten Verhältnissen leben muss, die dort einfach zum Standard gehören und sie sich dementsprechend sehr patzig verhält, weil ihr Mann es sich nicht anders leisten kann. Umso erfreulicher ist es jedoch gewesen, dass sie es Laufe der Handlung dazu lernt und merkt, wie das wahre Leben ist. Man kann als Leser ganz deutlich das Klicken hören, als sich der Schalter in ihrem Kopf umgelegt hat und sie nun endlich bemerkte, dass sie die ganze Zeit im Unrecht war. Ihr Mann Edwin Matthews hingegen hat sich in Afrika sehr gut eingelebt. Er wirkt sehr unnahbar und eingebildet. Dabei ist er in Wirklichkeit das komplette Gegenteil und Frances war die ganze Zeit nur geblendet. Gegen Ende des Buches wird auch deutlich, was Edwin auf sich genommen hat und welche Charakterzüge er wirklich vereint. Dagegen ist William Westbrook genau umgekehrt. Er wirkt zu Beginn als der Prinz in der schillernden Rüstung, der Frances retten und ihr ein besseres Leben bieten könnte. Dabei stellt sich heraus, dass das nur eine Farce gewesen ist und er genauso skrupellos wie sein Kollege ist. Durch diese Züge wirken alle drei sehr authentisch und man kann sich als Leser in sie hineinversetzen und ist eigentlich genauso geblendet wie Frances.

Fazit

Eine traumhaft gute Südafrika-Saga über das wahre Leben, die Liebe und die Skrupellosigkeit von Menschen, die Macht haben wollen im 19. Jahrhundert, die sehr berührt und mit detaillierten Beschreibungen der Landschaft und der Personen überzeugt.

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